Home   Sitemap   Impressum   Kontakt    ENGLISH   
 
 
Promente OO
 
Wie erkenne ich eine Krise?
Wie kann ich helfen?
Wie erkenne ich eine Depression?
Suizidgefahr: Ihr Wissen kann Leben retten!
Hilfe bei Angst und Panik
Burnout: Risken rechtzeitig erkennen und vermeiden
Essstörungen - was nun?
Unser Kind nimmt Drogen. Wie kann ich helfen?
Mein Mann ist alkoholabhängig. Was kann ich tun?
Verlust der Realität durch Psychose
Alzheimer oder nur etwas vergesslich?
SPENDENKONTO
Kto: 00900006132, BLZ: 20320
BIC: ASPKAT2LXXX
IBAN: AT982032000900006132
ERSTE HILFE ÜBER UNS UNSER ANGEBOT SERVICE INFO SPENDEN EHRENAMT
>> Home >> Startseite >> Erste Hilfe >> Erste Hilfe für die Seele >> Burnout: Risken rechtzeitig erkennen und vermeiden
[drucken]

Burnout: Risken rechtzeitig erkennen und vermeiden

Von Primar Dr. Egon Michael Haberfellner, ärztlicher Leiter des
„Sonnenpark – Zentrum für psychosoziale Gesundheit“ von pro mente OÖ. in Bad Hall

 

Burnout bedeutet „Verlust an Lebensenergie“. Erste Anzeichen dafür können
Schlafstörungen, das Gefühl von Überforderung, Erschöpfung und Angst vor dem
nächsten Arbeitstag sein. Burnout bedeutet aber auch den Verlust von Engagement
und Begeisterung. Das zeigt sich in einem veränderten Umgang mit KlientInnen,
PatientInnen oder KollegInnen, in Gefühllosigkeit, Gleichgültigkeit, sozialem Rückzug
oder Zynismus.

In fortgeschrittenen Burnout-Stadien leiden auch die Leistungsfähigkeit und
das Selbstvertrauen. Gefühle von Überforderung, Machtlosigkeit, Minderwertigkeit
und Konzentrationsstörungen sind die Folge. Schließlich können sich die Beschwerden
zu psychischen Erkrankungen verdichten.

Depression, Panikattacken, Suchtverhalten: Das Burnout-Syndrom kann in
verschiedenen Erscheinungsbildern auftreten. Am häufigsten sind es Depressionen
und Panikattacken, aber auch Suchtverhalten und psychosomatische Störungen
zählen dazu. Burnout entwickelt sich nie plötzlich, sondern in einem längeren Prozess
über Monate oder Jahre. Der Begriff „Burnout“ wird oft unkritisch für Erschöpfungszustände
verwendet, ist aber nur dann gerechtfertigt, wenn Zusammenhänge mit Arbeitsbelastungen
eine wesentliche Rolle spielen. In der Regel entwickelt sich ein Burnout-Syndrom, wenn
mehrere Belastungsfaktoren gleichzeitig und über einen längeren Zeitraum bestehen.

Besonderes Engagement und ungelöste Konflikte sind Risikofaktoren. Besonders
gefährdet sind Menschen in psychosozialen Berufen und im Lehrberuf. Sowohl persönliche
Faktoren als auch Arbeitsbedingungen spielen eine Rolle. Besonderes Engagement
und hohe Identifizierung mit den beruflichen Aufgaben, - an sich Eigenschaften, die
besonders wertvolle MitarbeiterInnen auszeichnen, sind solche Risikofaktoren.
Weiters kann berufliche Überlastung eine Rolle spielen: Zu viel Arbeit oder zu schwierige
Aufgaben, weil es an Ausbildung und Erfahrung fehlt, sowie Zeitdruck können zu Burnout
führen. Ähnliches gilt auch für eine längere Unterforderung. Ungelöste Konflikte am
Arbeitsplatz, fehlende Unterstützung durch Vorgesetzte und KollegInnen sowie das
Fehlen von Möglichkeiten, sich beruflich weiter zu entwickeln, erhöhen das Risiko.

Eine Therapie ist notwendig, wenn das Burnout-Syndrom stark ausgeprägt ist
und sich eine behandlungsbedürftige psychische Erkrankung, etwa eine Depression,
entwickelt hat. Antidepressive Medikamente, Psychotherapie oder auch beides können
dann hilfreich sein. In schweren Fällen ist ein Rehabilitationsaufenthalt notwendig.
Hier ist zu berücksichtigen, dass die Besserung einer Depression durch Burnout Zeit
braucht. Je nachdem, wie weit die Erschöpfung fortgeschritten ist, kann das Wochen,
Monate oder auch ein, zwei Jahre dauern.

 

____________________________________________________

 

rat und hilfe
bei burnout-gefahr

Frühe Anzeichen wie beginnende Erschöpfung, Reizbarkeit oder Schlafstörungen
sollten ernst genommen werden und signalisieren Erholungsbedarf.
Ausgleichsmöglichkeiten wie Sport, Musik, soziale Kontakte und Hobbys
nicht vernachlässigen.
Betriebe sollten die individuellen Leistungsgrenzen der MitarbeiterInnen beachten
und Überforderungen vermeiden.
Reflexion der betrieblichen Rahmenbedingungen, etwa durch regelmäßige Supervision.
Belastungsfaktoren identifizieren und gezielt an Verbesserungen arbeiten.
Dazu zählen besseres Zeitmanagement, bessere Kommunikation
und die Bereitschaft, sich Unterstützung zu holen.