Home   Sitemap   Impressum   Kontakt    ENGLISH   
 
 
Promente OO
 
Wie erkenne ich eine Krise?
Wie kann ich helfen?
Wie erkenne ich eine Depression?
Suizidgefahr: Ihr Wissen kann Leben retten!
Hilfe bei Angst und Panik
Burnout: Risken rechtzeitig erkennen und vermeiden
Essstörungen - was nun?
Unser Kind nimmt Drogen. Wie kann ich helfen?
Mein Mann ist alkoholabhängig. Was kann ich tun?
Verlust der Realität durch Psychose
Alzheimer oder nur etwas vergesslich?
SPENDENKONTO
Kto: 00900006132, BLZ: 20320
BIC: ASPKAT2LXXX
IBAN: AT982032000900006132
ERSTE HILFE ÜBER UNS UNSER ANGEBOT SERVICE INFO SPENDEN EHRENAMT
>> Home >> Startseite >> Erste Hilfe >> Erste Hilfe für die Seele >> Essstörungen - was nun?
[drucken]

Essstörungen - was nun?

Von Primar Univ.-Prof. Dr. Michael Bach,
Abteilung für Psychiatrie Steyr und Department für Psychosomatik Enns

 

Bereits während der Schulzeit beschäftigen sich viele Mädchen und zunehmend
auch viele Buben mit dem eigenen Körperbild und probieren verschiedene
Diäten oder Crashkuren aus. Die Angst vor Gewichtszunahme, oft verstärkt durch
Fernsehen, Internet und Modejournale, begünstigt ein verzerrtes Körperideal und
Fehlernährung. Doch ab wann ist dieses Verhalten krankhaft?

Betroffene erleben sich als „zu fett“. Wir unterscheiden heute zwei Hauptformen
von Essstörungen: Die Magersucht (Anorexia nervosa) ist definiert durch massives
Untergewicht, gleichzeitig nehmen sich die Betroffenen als „zu fett“ wahr. Der Gewichtsverlust
ist selbst herbeigeführt, etwa durch das Vermeiden von „dick machenden“
Speisen, übertriebene körperliche Aktivität oder Einnahme von Medikamenten wie
Appetitzüglern oder Entwässerungstabletten. In der Folge entsteht eine Hormonstörung,
die zum Ausbleiben der Menstruation oder zu Potenzverlust führt.

Die Ess-Brech-Sucht (Bulimia nervosa) wiederum ist gekennzeichnet durch häufige
Fressattacken, andauernde Beschäftigung mit dem Essen und einem unwiderstehlichen
Drang zu essen. Gleichzeitig wird versucht, der Gewichtszunahme durch selbst herbeigeführtes
Erbrechen, Abführmittel, Hungern, Appetitzügler oder Entwässerungstabletten
entgegenzusteuern. Wie bei der Anorexie erleben sich die Betroffenen als „zu fett“
und mit einer sich aufdrängenden Furcht, zu dick zu werden.

Wodurch entstehen Essstörungen? Essstörungen können Lösungsversuche
für tiefer liegende seelische Probleme sein, ein Ausweg, eine Fluchtmöglichkeit oder
ein Ersatz für verdrängte Gefühle und Bedürfnisse, eine Art stummer Protest oder
Verweigerung. Die Möglichkeit, über Essen oder über Hungern Befriedigung zu erlangen,
führt zu einer kurzfristigen Erleichterung und zu einem Erleben von Sicherheit und
Kontrolle.
Da es sich jedoch nur um einen kurzzeitigen Effekt handelt, benötigen die Betroffenen
Wiederholungen. Dadurch entwickelt die Essstörung eine Eigendynamik und gerät außer
Kontrolle, sie wird zur „Sucht“. Es entsteht ein Gefühl des „hilflos-ausgeliefert-Seins“.

Menschen mit Essstörungen brauchen meist eine umfassende medizinische,
therapeutische und psychosoziale Behandlung. Eine zusätzliche Betreuung der
Angehörigen ist ratsam. Jegliche therapeutische Hilfe bedarf jedoch der Freiwilligkeit
der Betroffenen. Ohne Krankheitseinsicht und den eigenen Wunsch, etwas zu verändern,
ist eine Behandlung nicht erfolgreich. Wichtig für erfolgreiche Behandlung sind die
Bearbeitung von Konflikten oder Traumatisierungen mittels Psychotherapie, sowie die
Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper und der verzerrten Körperwahrnehmung
durch Sport- und Bewegungstherapie.
Ein wichtiges Therapieziel ist ein gesundes Ernährungsverhalten, das heißt, wieder
zu lernen, richtig für sich zu sorgen, richtig zu kochen und zu essen, wieder Hunger und
Sättigung empfinden zu können sowie Ernährung als etwas Natürliches und Angenehmes
zu erleben.

 

____________________________________________________

 

rat und hilfe
bei essstörungen

Der Weg zur Gesundheit verläuft über Entscheidungen.
Am Beginn steht oft die Entscheidung, weiterleben zu wollen und nicht zu sterben.
Später ist es auch die Entscheidung, belastende Lebensereignisse zu meistern
und nicht zu flüchten, Vergangenes abzuschließen, sich für Neues in der Zukunft
zu öffnen und sein Leben wieder selbständig in die Hand zu nehmen.
Falls eine ambulante Behandlung zu keiner Stabilisierung führt, besteht die
Möglichkeit zu einer psychosomatischen Therapie im Krankenhaus.