02.11.2017: meine Stimme für psychisch kranke menschen

Im Rahmen der Kampagne "Psychisch kranken Menschen eine Stimme geben" stellen wir hier Menschen und ihre Geschichten vor. Unterstützen auch Sie uns mit Ihrer Stimme. Mit einem Klick links auf das Bild geht´s zur Stimmenabgabe. Vielen Dank!

 


Bildquelle: Steen Jepsen
Bildquelle: Steen Jepsen

MEINE STIMME FÜR MARIA, 52 Jahre

 

"Psychisch kranke Menschen können oft nicht so viel leisten, wie andere. Dennoch sollten psychisch kranke Menschen die Möglichkeit haben, ein eigenständiges Leben zu führen."

 

Ich habe den Beruf der Herrenschneiderin erlernt. Nach der Geburt meiner Tochter fühlte ich mich ausgelaugt und leer. Ich konnte nichts mehr tun und landete in der Psychiatrie. Meine Schwester gab mir den Tipp, in die Beratungsstelle von pro mente OÖ zu gehen. Später begann ich in einer Tagesstruktur in der Schneiderei zu arbeiten. Meine Chefin dort war mir jahrelange Stütze und ich habe gewissenhaft und gerne viele verschiedene Näharbeiten erledigt.

 

Ich habe sehr viel Diskriminierung, vor allem in meinem nahen Umfeld, erfahren. Mein Wunsch ist es, dass psychisch kranke Menschen auch von den Angehörigen besser behandelt werden. Dazu ist es wichtig, dass so viele Menschen wie möglich besser über psychische Erkrankungen Bescheid wissen.

 

pro mente OÖ schafft ein Umfeld, dass es Menschen wieder besser gehen kann. Als ausgebildete Peer-Beraterin unterstütze und ermutige ich jetzt auch andere Menschen, die von einer psychischen Krankheit betroffen sind.


MEINE STIMME FÜR GERTI, 60 JAHRE

 

"Die Ablehnung, die ich aufgrund meiner psychischen Erkrankung erfahren habe, war am schlimmsten für mich. Psychisch kranke Menschen gelten nach wie vor oft als aggressiv und gefährlich. Heute kämpfe ich um Verständnis bei den Menschen!"

 

Ich erkrankte im Jahr 1995 psychisch und konnte mich nicht mehr ausreichend um meine Kinder kümmern. Dank einer Familienhelferin und dem Kindesvater konnte ich mehrmals eine sehr intensive Therapie im Krankenhaus machen.

 

Als ich dann zu pro mente OÖ kam, hat mich eine Psychotherapeutin sehr unterstützt. Alles hat sich schön langsam wieder normalisiert.

 

Nach und nach habe ich gelernt, wieder meinen Entscheidungen zu vertrauen. Mittlerweile unterstütze ich selbst psychisch kranke Menschen und kann auf meine vielfältigen Erfahrungen und meinen Wissensschatz zurückgreifen.

 

Das Foto zeigt zwei meiner neun Enkelkinder und steht für den Neubeginn: Man kann immer wieder neu anfangen im Leben, man hat es selbst in der Hand, wie man sein Leben gestaltet. Daran glaube ich.