05.12.2018: Erfolgreiche Pressekonferenz der Krisenhilfe OÖ: Weihnachtszeit ist Krisenzeit

Gerade in der Weihnachtszeit häufen sich psychische Krisen. Die gesellschaftliche Tradition vermittelt den Menschen, dass diese Zeit besonders schön und besinnlich sein muss und dass man sie vor allem mit der Familie verbringen sollte. Was ist aber, wenn es keine Familie gibt, oder wenn die Weihnachtszeit zu einer psychischen Belastung wird? Die Krisenhilfe OÖ bietet Rat und Hilfe bei psychischen Krisen rund um die Uhr. Dazu gab es am 5.12.2018 eine Pressekonferenz im Linzer Presseclub mit dem Thema: „Weihnachtszeit ist Krisenzeit - Wenn in der schönsten Zeit des Jahres die Psyche leidet.“

 

Die Krisenhilfe OÖ bietet rasche und professionelle Unterstützung bei psychischen Krisen. pro mente OÖ, EXIT-sozial, Rotes Kreuz, Telefonseelsorge OÖ und die Notfallseelsorge haben sich unter dem Namen „Krisenhilfe OÖ“ zu einem Trägerverbund zusammengeschlossen, um die zukünftige Krisenversorgung in Oberösterreich flächendeckend und noch umfassender gewährleisten zu können.

 

Neben der Leitungsstellvertreterin der Krisenhilfe OÖ, Mag.a Sonja Hörmanseder, und dem Vorstandsvorsitzenden von pro mente OÖ, Prof. Univ.-Doz. Dr. Werner Schöny, saßen auch Dr. Walter Aichinger (Rotes Kreuz), Mag.a Gabriele Eder-Cakl (Katholische Kirche in OÖ) und Elisabeth Rosenmayr (EXIT-sozial) als Präsidiumsmitglieder der Krisenhilfe OÖ am Podium.

 

„Viele Menschen leiden gerade zu Weihnachten sehr unter der Einsamkeit – dies betrifft nicht nur ältere Menschen, sondern auch Personen, die sich zB in keiner Partnerschaft befinden“, sagt Prof. Univ.-Doz. Dr. Werner Schöny. In Österreich haben insbesondere ältere Menschen Angst, zu vereinsamen. Aber auch andere Altersgruppen fürchten dieses Thema: Zwei Drittel der ÖsterreicherInnen haben Angst vor Einsamkeit. (Quelle: Silver Living Gruppe)

 

Depressionen: Die dunkle Jahreszeit drückt auf die Psyche
„Vor allem im Winter steigt die Anzahl an Depressionserkrankungen und depressiven Verstimmungen an“, sagt Mag.a Sonja Hörmanseder, Stellvertretende Leiterin der Krisenhilfe OÖ. „Unbehandelte Depressionen können dabei schwerwiegende Folgen haben: Nicht selten kommt es dabei zu einem Suizid.“

Suizidierten sich 2016 in Österreich noch 1204 Personen, so waren es letztes Jahr bereits 1224. 79% davon waren Männer. In Oberösterreich nahmen sich im Jahr 2017 207 Menschen das Leben (170 davon waren männlich). (Quelle: Statistik Austria)

"Diese Zahl müssen wir sehr ernst nehmen. Rund 3-mal so viele Menschen sterben in Österreich durch Suizid als bei Verkehrsunfällen“, sagt Sonja Hörmanseder. „Wir von der Krisenhilfe OÖ werden dann vor allem von Verwandten und FreundInnen kontaktiert, die nicht damit zurechtkommen, dass sich ein geliebter Mensch das Leben genommen hat. Gerade zur Weihnachtszeit beschäftigt uns dieses Thema vermehrt. Es ist der Hauptgrund, warum unser KAT-Team (MitarbeiterInnen-Team zur Krisenintervention nach akuter Traumatisierung) so oft ausfährt.“

 

Starker Anstieg bei Krisenkontakten
2017 wurde die Krisenhilfe OÖ 27.006-mal kontaktiert, das sind beinahe 4.000 Kontakte mehr als im Jahr zuvor. Rund 70% der AnruferInnen waren Frauen.

 

Großes Interesse bei Medien

Viele VertreterInnen der wichtigsten oberösterreichischen Medien waren bei der Pressekonferenz anwesend, darunter ORF, OÖNachrichten, Kronenzeitung, LT1, Tips, Bezirksrundschau, Volksblatt und die Kirchenzeitung.

 

Anbei können Sie sich die Pressekonferenz-Unterlagen herunterladen:

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