19.09.17: IM FOKUS: Region Innviertel

Bild von Im Fokus Innviertel

Jeden Monat neu. Interessantes und Informatives aus den Regionen Oberösterreichs.

 

Das Innviertel, als nordwestliche Region Oberösterreichs, umfasst die Bezirke Braunau am Inn, Ried im Innkreis und Schärding. Auf einer Fläche von etwa 2.250 km² leben rund 218.000 EinwohnerInnen, verteilt auf rund 80.000 Haushalte. Charakteristisch für die Region ist die breitgefächerte Versorgungsstruktur: Von mobilen Betreuungsangeboten bis hin zum sozialen Vorzeigebetrieb Wesenufer - Hotel & Seminarkultur an der Donau gibt es viele verschiedene Angebote für Menschen mit psychosozialem Unterstützungsbedarf.

 

aktuelles aus der region

Elke Hellmann
Elke Hellmann

Regionalleiterin Elke Hellmann:

"Auch im bisherigen Jahr war unser Schwerpunkt im Innviertel der - für ALLE - bestmögliche Einsatz der vorhandenen Mittel. Sehr erfreulich und in diesem Zusammenhang unbedingt zu erwähnen ist die gut gelungene Zusammenlegung aller Leistungen an einem neuen Standort in Schärding.

Rückblickend: So viel Chaos, so viel Arbeit, so viele kleinere und auch größere Tücken ... und letztendlich doch so gut gelungen. - Nämlich durch den unglaublichen Einsatz aller vor Ort !

Ein herzliches Danke dafür an die KollegInnen in Schärding, speziell auch an die Teamleiterin Anna Peterbauer."


bericht 2 - 19.09.2017

Alle(s) unter einem DACH – Standortzusammenlegung in Schärding

"Seit 1. Juni 2017 ist es geschafft: Wir sind endlich alle an einem Standort vereint und die Gefahr des Hochwassers ist gebannt!" - Ein Bericht von Teamleiterin Anna Peterbauer

Wir, das sind die Psychosoziale Beratungsstelle, die Mobile Betreuung und Hilfe, die Fähigkeitsorientierte Aktivität und das „Cafe Feuervogel“ - eine Freizeit- und Kommuni-kationseinrichtung, die jetzt erstmals über eigene Feuervogel-Räumlichkeiten verfügt.

 

Wie geht es uns?

Vor allem für die TeilnehmerInnen der Fähigkeitsorientierten Aktivität (FA) hat sich vieles verändert. Das alte „Zuhause“ war immer wieder einmal vom Hochwasser bedroht und betroffen (zuletzt 2013 in einem Ausmaß von 2,90 Meter im Innenbereich), die Feuchtigkeit war spürbar, der Putz löste sich von den Wänden, es war immer kalt … und dennoch hatte es auch einen Vorteil – die Größe. Wir hatten ca. 1.200 Quadratmeter zur Verfügung und nutzten diese auch in vollen Zügen aus.

 

Nun ist der verfügbare Platz auf die Hälfte geschrumpft und dies ist natürlich für viele unserer TeilnehmerInnen gewöhnungsbedürftig. Das Weite suchen fällt schwer, dafür findet man immer und jederzeit eine Ansprechperson bzw. eine/n GesprächspartnerIn. Sehr positiv ist auch, dass man sich bei den MitarbeiterInnen der Mobilen Betreuung und Hilfe (MBH) und Psychosozialen Beratungsstelle (PSB) ohne große Umwege Rat und Hilfe holen kann, wenn der Schuh drückt. Umgekehrt können sich auch KlientInnen der MBH und PSB sofort ein Bild von der FA machen und zum Beispiel einen Schnuppertermin vereinbaren.

 

"Es ist besser, seit alle beisammen sind – man braucht nur ‚rüberzugehen‘, sei es für ein Gespräch oder zum Café Feuervogel", sagt Gudrun, eine Teilnehmerin der FA.  

Ihre Kolleginnen Hanni und Sabrina sehen das auch so: "Wir haben jetzt unsere AnsprechpartnerInnen persönlich vor Ort, anstatt nur am Telefon, und man spart sich die Wege. Es ist zwar manchmal ein bisschen eng, dafür hell und modern, und das Beste: es modert nicht!"

 

 

Auch für die PSB und die MBH hat sich viel verändert. Waren die beiden Einrichtungen zwar schon seit 2011 im selben Gebäude, so gab es aufgrund der getrennten Wohneinheiten, in denen die Büros und im Falle der MBH auch die Gemeinschaftsräume des Freizeitangebots Café Feuervogel untergebracht waren, wenig Berührungspunkte. Nun ist auch hier ein spannender Synergieeffekt zu spüren, alle vier Bereiche greifen ineinander und es herrscht ein reger Austausch unter den MitarbeiterInnen und KlientInnen.

Am Gebäude und an den Außenanlagen gibt es auch jetzt immer noch einiges zu tun, wir freuen uns auf die Fertigstellung und ganz besonders auf den eigenen Garten!


Bericht 1 - 05.09.2017

Lehrlingsprojekt in Wesenufer – Hotel & Seminarkultur an der Donau

Wesenufer - Hotel & Seminarkultur an der Donau: Das einzige Hotel in Österreich mit integrierter Sozialarbeit
Wesenufer - Hotel & Seminarkultur an der Donau: Das einzige Hotel in Österreich mit integrierter Sozialarbeit

Seit 2016 werden in Wesenufer vier Lehrplätze für Jugendliche mit psychosozialen Problemen und psychischen Erkrankungen angeboten.

 

Das Lehrlingsprojekt ist in der Region einzigartig und wird vom Sozialministeriumservice finanziell unterstützt. Die Auswahl an den Lehrberufen ist groß: So kann im Seminarhotel nicht nur der Beruf des/der Kochs/Köchin und des/der Gastronomie-fachmannes/-frau erlernt werden. Auch die Lehrberufe Bürokaufmann/-frau, Reiningungstechniker/in und Einzelhandelskaufmann/-frau stehen zur Wahl.

Im Rahmen der Sozialarbeit werden die Lehrlinge vor Ort betreut. In wöchentlichen Treffen gibt es Austausch und Reflexion: "Wo stehe ich gerade?, Wobei brauche ich Unterstützung?" Auch die gegenseitige Motivation und das gemeinsame Lernen unterstützen das gemeinsame Ziel, den Lehrabschluss.

 

Lehrlingsbeauftragter Herbert Hinterleitner (Sozialarbeit), Lehrling Sandra, Lehrling Nicole
Lehrlingsbeauftragter Herbert Hinterleitner (Sozialarbeit), Lehrling Sandra, Lehrling Nicole

Die 3 Lehrlinge Sandra, Nicole und Natascha haben uns über ihre Lehrzeit erzählt:

Sandra, 21 Jahre, entschied sich nach einigen Schnuppertagen im Haus, eine Bürokauffrau-Lehre zu starten. "Das ist hier der erste Arbeitsplatz, an dem ich mich von Anfang an wohl und dazugehörig gefühlt habe."

Die Atmosphäre im Haus ist geprägt von einem wertschätzenden Umgang miteinander. Dass hier auch andere Menschen sind, die eine schwierige Phase im Leben zu bewältigen haben, spürt man. "Dadurch fühle ich mich nicht so ausgegrenzt und alleine."

Jetzt definiert Sandra ihre Strategien neu: Mit Menschen in Kontakt gehen, professionelle Hilfe annehmen und sich Ziele setzen. Und dass sie die 1. Klasse Berufsschule mit Auszeichnung bestanden hat, ist nicht nur von den Noten her ein großer Erfolg. Auch das nötige Durchhaltevermögen aufzubringen, war Herausforderung und Erfolg zugleich.

 

Lehrling Nicole
Lehrling Nicole

Nicole ist 19 Jahre alt und befindet sich im 2. Lehrjahr als Einzelhandelskauffrau im Mini Markt. Seit dem Lehrbeginn hat sich einiges in Nicole´s Leben verändert: "Ich bin viel eigenständiger, selbstsicherer und offener geworden. Durch die vielen Erfolgserlebnisse fällt es mir viel leichter, mit fremden Menschen in Kontakt zu treten."

Die 1. Klasse Berufsschule hat sie mit einem ausgezeichneten Erfolg und die 2. Klasse mit einem guten Erfolg abgeschlossen. Es ist ihr sehr wichtig, Durchhaltevermögen zu zeigen und Aufgaben abzuschließen, die sie anfängt. Erfolgserlebnisse, wie die Führerscheinprüfung und die guten Abschlüsse in der Berufsschule, machen Nicole besonders stolz. Neue Ziele nach dem Lehrabschluss hat sie sich bereits gesetzt, die Matura ist nur eines davon.

 

Natascha, 24 Jahre, befindet sich im 2. Lehrjahr als Reinigungstechnikerin und ist bereits seit 5 Jahren in Wesenufer. Vor der Lehrzeit war sie in der Fähigkeitsorientierten Aktivität beschäftigt. Die Lehre ist eine besondere Herausforderung für Natascha. Das Lernen fällt ihr schwer und sie braucht zusätzliche Unterstützung. Fachlich hat sie bereits sehr viel dazu gelernt. Besonders viel Kraft geben ihr die Freundschaften, die sich in Wesenufer entwickelt haben. Als Lehrling wird von Natascha vor allem mehr Selbstständigkeit erwartet. Auch diese meistert sie mit kleinen Schritten. Natascha hat außerdem gelernt, sich im Alltag gut zurecht zu finden.

 

Kontakt:
Wesenufer - Hotel & Seminarkultur an der Donau, Wesenufer 1, 4085 Waldkirchen
Tel: +43 -7718 / 200 90
E-Mail: office@hotel-wesenufer.at