Alzheimer oder nur etwas vergesslich?

Unter „Demenz“ sind Erkrankungen zu verstehen, die zum Abbau höherer Hirnleistungen führen: Gedächtnis und Sprache, tägliche Handlungen wie etwa sich richtig anziehen und waschen sowie das Urteilsvermögen sind davon betroffen. Die Häufigkeit verdoppelt sich ab dem 60. Lebensjahr alle fünf Jahre. Etwa 100.000 ÖsterreicherInnen leiden heute an Demenz, vor allem an Alzheimer. Ursache dafür sind Ablagerungen von schwer löslichem Eiweiß im Gehirn.

 

Nicht jede Vergesslichkeit ist eine Demenz. Erst wenn es neben Gedächtnisstörungen zu weiteren kognitiven Einbußen kommt und die Alltagskompetenz beeinträchtigt ist, liegt diese Erkrankung vor. Die meisten Betroffenen zeigen im weiteren Verlauf typische Symptome wie Aggression, Unruhe, Verkennen von Situationen oder Personen; sie fühlen sich bestohlen, wenn Gegenstände verlegt wurden und ziehen sich zurück. Depressive Symptome kommen häufig frühzeitig vor.

 

Der Krankheitsbeginn ist schleichend und oft unklar. Eine rasch auftretende Verwirrtheit kann auf eine akute Erkrankung hindeuten. Dann ist rasche ärztliche Hilfe notwendig. Fast alle Betroffenen erleiden zunächst einen Abbau der Gedächtnisleistung, während andere Hirnfunktionen und die Aktivitäten des täglichen Lebens normal bleiben.

 

Depression oder Demenz? Depressive Symptome sind bei Demenz häufig. Das macht ein Unterscheiden oft schwierig. Menschen mit Demenz zeigen sich desorientiert, spielen die Symptome herunter und verfügen über ein gesundes Selbstwertgefühl. Ein Mensch in Depression fühlt sich hingegen wertlos, schildert die Symptome drastischer, weiß aber, wo er sich befindet und mit wem er es zu tun hat.

 

Rasche Diagnose ist wichtig. Wenn auch nicht heilbar, so können doch Verlauf und Symptome von Demenz durch rechtzeitiges Behandeln gelindert werden. Bei Verdacht auf Demenz ist daher der Facharzt, die Fachärztin für Psychiatrie oder Neurologie zu konsultieren oder der Hausarzt, die Hausärztin aufzusuchen.

 

Die Pflege von Menschen mit Demenz bringt hohe Anforderungen, emotional, körperlich und finanziell. Heute werden drei von vier Betroffenen zu Hause betreut. Häufig sind pflegende Angehörige selbst betagt. Depression und Burnout sind bei den Betreuenden häufig. Daher ist es wichtig, hier auf Entlastung und Freiräume zu achten. Angehörige sollten sich in der Pflege möglichst abwechseln und früh mobile Hilfsdienste, Essen auf Rädern, Tageszentren und Selbsthilfegruppen nutzen.

 

Vorbeugung ist möglich. Dazu ist es wichtig, Bluthochdruck richtig zu behandeln, die Zuckereinstellung bei Diabetes zu optimieren sowie zu hohe Blutfette und das Rauchen zu vermeiden. Eine ausgewogene Ernährung mit Vitamin B, etwa durch Vollkornprodukte, und Omega-3-Fettsäuren, reichlich in guten Pflanzenölen, wirkt präventiv. Eine optimale Vorbeugung gegen Demenz ist schließlich lebenslanges Lernen kombiniert mit Sport und Bewegung.

 

Typische Symptome einer Demenz:

  • Demenzerkrankte haben Mühe, Gespräche und Ereignisse zu erinnern, auch wenn diese nur kurz zurückliegen.
  • Abgelegte Gegenstände werden nicht wieder gefunden; Termine werden vergessen.
  • Betroffene haben Mühe, die richtigen Worte zu finden und Schwierigkeiten, einem Gespräch zu folgen. Die Antworten auf Fragen sind ungenau.
  • Er oder sie findet sich in fremder Umgebung nicht mehr zurecht, etwa beim Autofahren.
  • Aufgaben, die mehrere Schritte beinhalten, werden nicht mehr erledigt, etwa Kochen oder Bankgeschäfte.