Burnout: Risiken rechtzeitig erkennen und vermeiden

Burnout bedeutet „Verlust an Lebensenergie“. Erste Anzeichen dafür können Schlafstörungen, das Gefühl von Überforderung, Erschöpfung und Angst vor dem nächsten Arbeitstag sein. Burnout bedeutet aber auch den Verlust von Engagement und Begeisterung. Das zeigt sich in einem veränderten Umgang mit KlientInnen, PatientInnen oder KollegInnen, in Gefühllosigkeit, Gleichgültigkeit, sozialem Rückzug oder Zynismus.

 

In fortgeschrittenen Burnout-Stadien leiden auch die Leistungsfähigkeit und das Selbstvertrauen. Gefühle von Überforderung, Machtlosigkeit, Minderwertigkeit und Konzentrationsstörungen sind die Folge. Schließlich können sich die Beschwerden zu psychischen Erkrankungen verdichten.

 

Depression, Panikattacken, Suchtverhalten: Das Burnout-Syndrom kann in verschiedenen Erscheinungsbildern auftreten. Am häufigsten sind es Depressionen und Panikattacken, aber auch Suchtverhalten und psychosomatische Störungen zählen dazu. Burnout entwickelt sich nie plötzlich, sondern in einem längeren Prozess über Monate oder Jahre. Der Begriff „Burnout“ wird oft unkritisch für Erschöpfungszustände verwendet, ist aber nur dann gerechtfertigt, wenn Zusammenhänge mit Arbeitsbelastungen eine wesentliche Rolle spielen. In der Regel entwickelt sich ein Burnout-Syndrom, wenn mehrere Belastungsfaktoren gleichzeitig und über einen längeren Zeitraum bestehen.

 

Besonderes Engagement und ungelöste Konflikte sind Risikofaktoren. Besonders gefährdet sind Menschen in psychosozialen Berufen und im Lehrberuf. Sowohl persönliche Faktoren als auch Arbeitsbedingungen spielen eine Rolle. Besonderes Engagement und hohe Identifizierung mit den beruflichen Aufgaben, - an sich Eigenschaften, die besonders wertvolle MitarbeiterInnen auszeichnen, sind solche Risikofaktoren. Weiters kann berufliche Überlastung eine Rolle spielen: Zu viel Arbeit oder zu schwierige Aufgaben, weil es an Ausbildung und Erfahrung fehlt, sowie Zeitdruck können zu Burnout

führen. Ähnliches gilt auch für eine längere Unterforderung. Ungelöste Konflikte am Arbeitsplatz, fehlende Unterstützung durch Vorgesetzte und KollegInnen sowie das Fehlen von Möglichkeiten, sich beruflich weiter zu entwickeln, erhöhen das Risiko.

 

Eine Therapie ist notwendig, wenn das Burnout-Syndrom stark ausgeprägt ist und sich eine behandlungsbedürftige psychische Erkrankung, etwa eine Depression, entwickelt hat. Antidepressive Medikamente, Psychotherapie oder auch beides können dann hilfreich sein. In schweren Fällen ist ein Rehabilitationsaufenthalt notwendig. Hier ist zu berücksichtigen, dass die Besserung einer Depression durch Burnout Zeit braucht. Je nachdem, wie weit die Erschöpfung fortgeschritten ist, kann das Wochen, Monate oder auch ein, zwei Jahre dauern.

 

Rat und Hilfe bei Burnout-Gefahr:

  • Frühe Anzeichen wie beginnende Erschöpfung, Reizbarkeit oder Schlafstörungen sollten ernst genommen werden und signalisieren Erholungsbedarf.
  • Ausgleichsmöglichkeiten wie Sport, Musik, soziale Kontakte und Hobbys nicht vernachlässigen.
  • Betriebe sollten die individuellen Leistungsgrenzen der MitarbeiterInnen beachten und Überforderungen vermeiden.
  • Reflexion der betrieblichen Rahmenbedingungen, etwa durch regelmäßige Supervision.
  • Belastungsfaktoren identifizieren und gezielt an Verbesserungen arbeiten. Dazu zählen besseres Zeitmanagement, bessere Kommunikation und die Bereitschaft, sich Unterstützung zu holen.