Unser Kind nimmt Drogen. Wie kann ich helfen?

Wenn Eltern erfahren, dass ihr Kind illegale Substanzen konsumiert, kann das eine Krise auslösen. Denn die Ängste der Erwachsenen können zu Überreaktionen oder zum völligen Verleugnen des Problems und damit bis hin zur Handlungsunfähigkeit führen. Substanzen, die nach dem Suchtmittelgesetz verboten sind, wirken sehr verschieden. Auch die mögliche Gefährdung ist unterschiedlich. Ob es sich nun „nur“ um Konsum oder bereits um Missbrauch, Gewöhnung oder gar Abhängigkeit handelt, das wird durch Art und Häufigkeit der Verwendung sowie durch die Dosierung der illegalen Substanz deutlich.

 

Was können Eltern tun, wenn sie erfahren, dass ihr Kind Drogen nimmt? Der erste Schritt ist es, sich zu informieren: Wie wirkt die konsumierte Substanz? Wie hoch ist die Suchtgefährdung? Welche Folgewirkungen sind möglich? In welche rechtliche Situation gerät mein Kind durch den illegalen Konsum? Fachgerechte Informationen helfen, Angst abzubauen. Etwa die, dass Haschisch die Einstiegsdroge für Heroin sei. Das trifft für 95 Prozent nicht zu, wie eine Studie zeigt. Einzelne Personen können aber einen problematischen Haschischkonsum entwickeln und psychisch abhängig werden.

 

Besprechen Sie die belastende Situation. Jetzt ist es wichtig, die neue Situation mit dem Partner, der Partnerin oder einem Menschen des persönlichen Vertrauens zu bereden. Auch, um sich zu entlasten und rechtzeitig Unterstützung zu finden. Nehmen Sie sich Zeit, um Lösungen zu finden! Eine Panikreaktion am Beginn ist für alle Beteiligten ungünstig. Seien Sie sich bewusst, dass eine Abhängigkeit nicht von heute auf morgen entsteht, sondern sich meist über einen längeren Zeitraum hin entwickelt hat.

 

Reden Sie mit Ihrem Kind darüber. Versuchen Sie, ruhig und sachlich zu bleiben, sprechen Sie jedoch auch über Ihre Gefühle, Ihre Ängste, den Ärger und die Enttäuschung. Seien Sie sich bewusst, dass Sie schon andere schwierige Situationen gemeistert haben und dass Sie über ein inneres Wissen verfügen, das Sie befähigt, mit der Situation angemessen umzugehen. Stellen Sie sich die Frage: „Was war bisher hilfreich im Umgang mit meinem Kind, wenn es Schwierigkeiten gab?“ Nutzen Sie diese Erfahrungen!

 

Klare Regeln. Lassen Sie sich nicht in die Rolle eines Überwachenden drängen, definieren Sie jedoch Regeln für das Zusammenleben. Stellen Sie klar, dass Sie den illegalen Drogengebrauch in Ihrem Haushalt und in Ihrer Gegenwart nicht dulden!

 

Eltern werden häufig von Schuldgefühlen belastet, wenn Kinder illegale Drogen konsumieren. Seien Sie sich bewusst, dass es kein Zusammenleben ohne Fehler und Versäumnisse gibt. Grundsätzlich gilt, dass sich ein Menschen alleine für den Drogenkonsum entschieden hat und sich nur alleine dagegen entscheiden kann. Gut gemeinte Handlungen, wie etwa finanzielle Unterstützung bei Schulden, halten das Problem aufrecht und sind daher nicht hilfreich.

 

Ratschläge bei Verdacht auf Drogenkonsum:

  • Reden Sie mit Ihrem Kind offen über Ihre tatsächlichen Beobachtungen.
  • Vermeiden Sie dabei bloße Vermutungen, Vorwürfe, Drohungen und Verdächtigungen.
  • Sagen Sie offen, was Sie befürchten. Fragen Sie nach den erwünschten Wirkungen des Drogenkonsums.
  • Fragen Sie, ob sich Ihr Kind informiert hat, wie es dabei eine Gesundheitsgefährdung so gering wie möglich halten kann.
  • Und fragen Sie nach, ob auch negative Wirkungen erlebt wurden.
  • Informieren Sie sich über die Wirkungsweise der illegalen Substanz. Das kann helfen, in Kontakt zu bleiben und zeigt Verständnis.
  • Holen Sie sich rechtzeitig Hilfe. Diese erhalten Sie in den Beratungsstellen für Suchtfragen. Die MitarbeiterInnen stehen hier unter Schweigepflicht. Auf Wunsch können Sie auch anonym bleiben.