wie erkenne ich eine krise?

Ein Todesfall, das plötzliche Bekanntwerden einer schweren Erkrankung, ein Verkehrsunfall oder eine Katastrophe - Ereignisse wie diese erschüttern das seelische Gleichgewicht. Auch die Trennung vom Partner, der Verlust des Arbeitsplatzes oder die Entwurzelung nach einer Flucht bedeuten grundlegende Veränderungen, die zu einer Krise führen können. Für andere ist dabei zumeist erkennbar, wodurch die Krise ausgelöst worden ist.

 

Anders ist es bei Krisen, die sich über einen längeren Zeitraum hin entwickeln. Belastungen wie etwa Konflikte in der Familie, finanzielle Sorgen und die Angst um den Arbeitsplatz führen allmählich zu einer Überforderung. Angehörige, Freunde oder Kolleginnen können diese krisenhafte Entwicklung oft nicht erkennen. Betroffene vermeiden Kontakte oder brechen diese ab und geraten so in immer größere Isolation. Dann genügt ein geringfügiger Auslöser und die Krise wird akut.

 

Wenn Sie das Gefühl haben, ein Mensch aus Ihrem Umfeld befindet sich in einer Krise, dann sollten Sie auf den Betreffenden zugehen und sich Klarheit verschaffen. Fragen Sie, wie es ihm oder ihr geht und fragen Sie auch, ob Hilfe benötigt wird! Denn Reden hilft. Sie sollten dabei den Betroffenen reden lassen, ohne vorschnelle Lösungen anzubieten.

 

Krisen sind Teil unseres Lebens. Das Bewältigen von Herausforderungen wie Schulbeginn, Heirat oder Geburt eines Kindes gehört zur Entwicklung und Reifung des Menschen. Das gilt auch für das Bewältigen von schwerwiegenden Ereignissen wie Todesfall und Trennung. Denn Krisen bedeuten Wendepunkte im Leben, die eine Veränderung und Neuorientierung möglich machen. Neue Lebensziele können entstehen.

 

Anzeichen einer seelischen Krise:

  • Angst, Trauer und Wut
  • Ausbrüche von Verzweiflung
  • Antriebslosigkeit und Desinteresse
  • Sozialer Rückzug und Isolation
  • In-sich-gekehrt-Sein: Menschen gehen nicht mehr auf andere Personen ein, wirken desinteressiert, ruhig und vielleicht verschroben
  • Gereiztes, aggressives Verhalten und unerklärliche Verhaltensweisen
  • Gedanken, die nicht nachempfunden werden können
  • Gefühle, die fremd oder verkehrt wirken