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Dual Disorders: Wenn Sucht nicht allein kommt

Wenn Sucht und weitere psychische Erkrankungen gleichzeitig auftreten, entstehen komplexe Herausforderungen für Betroffene und das Versorgungssystem. Die Fachtagung „Dual Disorders“ widmete sich diesem wichtigen Thema und setzte Impulse für eine moderne, vernetzte Behandlung.

Mehr als 600 Teilnehmer*innen – vor Ort und online – nahmen am 26. Februar 2026 an der Fachtagung “Dual Disorders – Wenn Sucht und weitere psychische Erkrankungen zusammentreffen” am MED Campus der Johannes Kepler Universität Linz teil. Die erstmals in Österreich stattfindende Veranstaltung wurde von pro mente Oberösterreich gemeinsam mit der World Association on Dual Disorders (WADD), dem Kepler Universitätsklinikum und der Johannes Kepler Universität Linz organisiert.

Im Mittelpunkt stand das gleichzeitige Auftreten von Suchterkrankungen und weiteren psychischen Erkrankungen – sogenannte Dual Disorders. Diese komplexen Krankheitsbilder stellen Betroffene und das Versorgungssystem vor besondere Herausforderungen und erfordern integrative Behandlungsansätze.

Internationale Expert*innen aus Medizin, Psychiatrie, Psychotherapie und Forschung präsentierten aktuelle Erkenntnisse zu Themen wie Psychose und Sucht, ADHS und Substanzkonsum, Depression und Abhängigkeit sowie Trauma und Sucht. Ein zentrales Anliegen der Tagung war es, neue Wege einer vernetzten, patientenzentrierten Versorgung aufzuzeigen und zur Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen beizutragen.

Ein besonderer Schwerpunkt lag außerdem auf der gesellschaftlichen Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen. Eine Podiumsdiskussion unter dem Titel „Brücken statt Mauern“ widmet sich der Frage, wie Barrieren im Umgang mit psychischen Erkrankungen überwunden werden können. 

"Menschen mit Mehrfachdiagnosen fallen noch immer zu oft zwischen bestehende Versorgungssysteme. Gerade dort, wo Suchterkrankungen mit anderen psychischen Erkrankungen zusammentreffen, braucht es ein Umdenken — weg von isolierten Zuständigkeiten hin zu vernetzten, patientenzentrierten Angeboten", betont Prim. Priv.-Doz. Dr. Kurosch Yazdi-Zorn, Vorstandsvorsitzender von pro mente Oberösterreich. "Die Fachtagung soll dazu beitragen, Wissen zu bündeln, Stigmatisierung weiter abzubauen und neue Impulse für eine moderne psychosoziale Versorgung zu setzen."

"In der klinischen Praxis zeigt sich zunehmend, dass Suchterkrankungen selten isoliert auftreten. Depressionen, Traumafolgestörungen, Psychosen oder ADHS gehen häufig mit problematischem Substanzkonsum einher", erklärt Dr. Isabella Fuchs-Leitner, Klinik für Psychiatrie mit Schwerpunkt Suchtmedizin am Kepler Universitätsklinikum Linz sowie Vorsitzende der World Association on Dual Disorders (WADD). "Eine getrennte Behandlung wird den komplexen Bedürfnissen der Betroffenen oftmals nicht gerecht. Der Dual-Disorders-Ansatz verfolgt deshalb das Ziel, psychische Erkrankungen und Suchterkrankungen gemeinsam zu diagnostizieren und therapeutisch zu behandeln, um nachhaltige Behandlungserfolge zu ermöglichen."

Neben dem wissenschaftlichen Programm bot die Veranstaltung Raum für Austausch und Vernetzung von Fachpersonen aus dem deutschsprachigen Raum – mit dem Ziel, innovative Behandlungsansätze stärker in die Praxis zu bringen.

Mit der erfolgreichen Durchführung der Tagung wurde ein wichtiger Impuls für eine moderne Versorgung von Menschen mit Mehrfachdiagnosen gesetzt.